Extinction Rebellion Bergedorf – Folge 4

Bei der Bewältigung der Corona-Krise werden zunehmende Armut, Ungerechtigkeit sowie eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich hingenommen – national wie global. Bei Stützungsmaßnahmen und Investitionen spielen die Klimakatastrophe und die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen so gut wie keine Rolle. Absehbar sollen zusätzliche Schulden auch wieder nur durch Wirtschaftswachstum kompensiert werden – ein Teufelskreis zu Lasten unseres Planeten.

Deshalb beteiligt sich XR Bergedorf auch in Zeiten der Pandemie weiterhin an der Kampagne für einen Systemwechsel. Hier die Chronologie der Aktionen, an denen wir in letzter Zeit beteiligt waren oder die wir in Bergedorf selbst initiiert haben:

Freitag 27.11.20

Unter dem Motto „Block Friday“ wiederholen wir die Blockade der Köhlbrandbrücke und „feiern“ am Jungfernstieg den „Black Friday“ auf ganz eigene Weise.

Eindrucksvolles Video von Peet/XR-Bergedorf – live von der Brücke:

Spätherbst

Wir unterstützen die Blockade gegen die Rodungsarbeiten auf der Trasse der geplanten A 49 im Dannenröder Forst – „Danni bleibt“. Einige von uns vor Ort, andere medial oder solidarisch mit-zitternd, sei es beim Widerstand gegen die Räumung oder bei der Vorstellung, bei Kälte und Schnee zu zelten oder auf Bäumen zu sitzen.

23.12.2020

Erprobung des Prototypen „Daywalker“ in Bergedorf für die coronakonforme Rebellion. Wird im Video sehr anschaulich:

Sylvester 2020

„Daywalker“ in Bergedorf. Wir basteln 3 Rechtecke aus Holzlatten (etwa 2 x 3 Meter) und behängen sie mit Bannern. Sie werden von jeweils einem Menschen mit Hilfe eines Gurtsystems getragen – das Ganze hat dann fast genau die Breite einer Fahrbahn. Damit schaffen wir 3 Demorouten gleichzeitig. Dabei wird jedes „Gehzeug“ von je 2 Rebell*innen auf dem Gehweg begleitet (Verteilung von Flyern, Filmen). Wir halten diese Aktion für legal (§ 25 Straßenverkehrsordnung) und nicht anmeldepflichtig nach dem Versammlungsgesetz. Das sieht die Ordnungsmacht anders und kümmert sich mit 6 Streifenwagenbesatzungen und einem Helikopter um uns. Zwei „Gehzeuge“ werden beschlagnahmt und – da sie in keinen Einsatzwagen passen – von Polizist*innen zu Fuß zum Revier getragen – auch ein schönes Bild!

09.01.2021

„Swarming“ auf der Bergedorfer Straße (Fußgängerüberweg zwischen Mohnhof und Kreuzung Vierlandenstr.). Bei dieser angemeldeten und von der Polizei begleiteten Aktion blockieren wir 5 x 5 Minuten lang die B5. Die Autofahrer*innen orientieren wir über Infotafeln: „Noch 5, noch 4, noch 3 Minuten … gleich geht’s weiter!“ Wir nutzen unsere Banner, verteilen Flugblätter an Passant*innen und Autofahrer*innen, führen Gespräche, halten Wortbeiträge über Megafon. Vielleicht auch dank der „Unterstützung“ eines Benzfahrers, der versucht, unsere Blockade zu durchbrechen (siehe auch unser Video!), findet unsere Aktion ein Echo in Morgenpost und Hamburger Abendblatt. Schön ist es auch, sich im Lockdown persönlich zu sehen, wenn auch 3 Stunden lang mit Maske und Abstand.

15.01.2021

Aktion mit Weihnachtsbäumen auf dem Bahnhofsvorplatz und in den Eingängen des Bergedorfer Rathauses („Marsch der toten Bäume“), die wir mit unseren Forderungen dekorieren, z.B. „Wald statt Asphalt!“.

16.01.2021

„Swarming“ – gleiche Zeit, gleicher Ort. Die Anzahl der Blockier*innen wächst. Wir erhalten Unterstützung von Aktivist*innen aus Lüneburg, Hamburg, Bad Segeberg… Manche Passant*innen schließen sich uns spontan an, u.a. auch zwei punkige Kollegen von der Antifa (siehe Video!). Das Echo von Autofahrer*innen und Passant*innen ist überwiegend positiv, gepöbelt wird kaum. Das freut uns sehr. Erstmals erscheint ein einzelner Gegendemonstrant von der AFD.

23.01.2021

Unser drittes „Swarming“ am gleichen Ort. Die Anzahl der Blockierer*innen wächst weiterhin. Zur Vorbereitung und Verteilung der Aufgaben (Check-in) brauchen wir nun schon den Platz des Wendehammers neben „Denn`s“. Zunehmend sind auch Kinder und Jugendliche dabei, bemalen und beschreiben mit Kreide Fußwege, Fahrradwege und die Fahrbahn – die Aktionsform hat sich als relativ safe erwiesen und ist ja auch offiziell genehmigt. Ganz im Gegensatz zur Versammlung von 4 AFD`lern, die Flugblätter verteilen wollen und erst mal von der Polizei „gekesselt“ werden. Ein Hauch von Schadenfreude macht sich bei einigen von uns breit…

Wir sind froh, dass es uns gelingt, auch im Lockdown und unter Beachtung aller Hygieneregeln weiterhin auf kreative Weise Widerstand zu leisten – auch wenn wir von unserem Ziel, dass sich über 3 % der Bevölkerung an der Rebellion beteiligen, noch ein kleines Stück entfernt sind … aber das kann ja noch werden, was sonst?

… und in Vorbereitung für den 06.02: „Daywalker“ in Bergedorf – dieses Mal in etwas größerem Stil …

Wir haben 6 Demorouten kreuz und quer durch Bergedorf für „Gehzeuge“ angemeldet. Wenn das so klappt, wird das vorübergehend den Verkehr ein wenig beruhigen.

Treffen ab 11.30 Uhr im Schloßpark am Cafe Chrysander.

Wir laden herzlich ein, bei der Aktion mitzumachen oder sie sich einfach anzuschauen!

Kontakt zum Autor: Holger Neumann, mobil 0178 157 68 95, hol.neu@t-online.de

Und natürlich freuen wir uns über Rückmeldungen bzw. Leserbriefe!
#RebelForLife